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The Help Review vom:
16.04.2012 | Redakteur/in: Katja Disc-Format: Blu-ray
Making Of The Help: Ein Film aus Freundschaft (ca. 24 min.)
In ihren eigenen Worten: Hommage an die Dienstmädchen von Mississippi (ca. 12 min.)
Zusätzliche Szenen mit Einführungen von Regisseur Tate Taylor
Musikvideo "The Living Proof"
Eine Kleinstadt in Mississippi, 1962. Die Frauen der weißen Mittelschicht beschäftigen sich mit Dinnerpartys und Benefizveranstaltungen zugunsten der armen Kinder in Afrika, während schwarze Dienstmädchen wie Aibileen (Viola Davis) und Minny (Octavia Spencer) sich um Nachwuchs und Haushalt kümmern. Als Skeeter (Emma Stone) nach ihrem Studium zurück in ihre Südstaaten-Heimat kommt, stellt sie fest, dass die andernorts bereits bröckelnden Rassengesetze in ihrer Heimat verfestigter sind denn je. Der Initiative ihrer ehemaligen Jugendfreundin Hilly Holbrook (Bryce Dallas Howard) - biestig-verwöhnte Politikersgattin und Verfechterin einer strikten Rassentrennung -, die allen Haushalten vorschreiben will, für die schwarze Haushaltshilfe eine separate Toilette einzurichten, kann und will Skeeter nicht unterstützen und so wächst in ihr langsam aber sicher ein aktiver Widerstand gegen die festgefahrenen Gesellschaftsstrukturen. Sie beschließt, ein Buch über das Leben der schwarzen Dienstmädchen und Kinderfrauen zu schreiben - aus der Perspektive der Frauen selbst. Und mit Aufbietung all ihrer Überredungskunst gelingt es ihr schließlich, Aibileen und Minny dazu zu überreden, ihr ihre Geschichten zu erzählen...
Mit dem Bestseller The Help gelang Autorin Kathryn Stockett ein mitreißendes und berührendes Meisterwerk über den alltäglichen Rassismus im Mississippi der 1960er Jahre. Einfühlsam, pointiert und mit viel Fingerspitzengefühl beschreibt Stockett darin eine paradoxe Gesellschaftssituation, in der Kinder niemanden mehr lieben als ihre schwarze Kinderfrau (die sich in den ersten Jahren häufig als einzige um sie kümmert), um später zu genau solchen rassistischen Snobs zu werden wie ihre Eltern...
Ein solch feinfühliges Buch über ein so sensibles Thema zu verfilmen, ist keine leichte Aufgabe und so ist es umso erfreulicher und bewundernswerter, was für ein wundervoller Film Regisseur Tate Taylor mit The Help gelungen ist. Dass er mit der Autorin der Romanvorlage seit Kindertagen befreundet ist, mag dabei geholfen haben, die Leistung Taylors geht aber weit darüber hinaus. Angefangen mit einer bis in die Nebenrollen perfekt besetzten Cast (Nebendarstellerin Octavia Spencer wurde für ihre Leistung 2012 mit dem Oscar ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Viola Davis immerhin nominiert) bis hin zu einer pointierten Umsetzung der Vorlage stimmt hier einfach alles. So wurden zum Teil Dialoge aus dem Buch wortwörtlich übernommen, zum Teil aber auch ganze Handlungsstränge umgeschrieben oder rausgelassen. Das mag einen Fan der Buchvorlage hier und da schmerzen, aber die Kinoleinwand ist eben kein Lesesessel und die ganzen 450 Seiten der komplexen Geschichte lassen sich nun mal nicht in ein einigermaßen kompatibles Kinoformat packen - mit 146 min. bewegt sich The Help ohnehin schon am äußersten Ende der in amerikanischen und europäischen Kinos vertretbaren Laufzeit. Heraus kommt ein bewegender und nachdenklich stimmender Film, über Liebe & Hass, Loyalität & Freundschaft sowie - allen voran - die Verantwortung des Einzelnen für seine ganz persönliche Rolle in der Gesellschaft.
"Bemerkenswerte Verfilmung eines bewegenden Romans über den alltäglichen Rassismus im Mississippi der 1960er Jahre."